Wanderlust II – Jetzt auch in Kanada

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Hallo und herzlich willkommen zurück in meinem kleinen, aber feinen Reiseblog.

Nachdem mir noch der ein oder andere Wanderkilometer und Höhenmeter vom vergangenen Wochenende in den Knochen steckt (man wird ja auch nicht jünger), sitze ich heute mal entspannt am Rechner, um Euch ein bißchen etwas übers Wandern in Kanada zu erzählen.

Als wir im vergangenen Sommer damit starteten, unser „Sabbatical“ zu planen, stand Kanada von Beginn an ganz oben auf der Liste: Ein Land, a) das wir bisher noch nie besucht hatten und b) das wir als Freunde des Wanderns gerne entdecken würden. Nun ist das Land Kanada -sagen wir es mal so- groß. Sehr groß! Um eine Vorstellung davon zu bekommen: Allein die Provinz „British Columbia“, wo wir uns derzeit befinden, hat eine Fläche von sagenhaften 944.735 Quadratkilometer. Das ist mehr als das Zweieinhalbfache der Fläche der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Gleichzeitig leben hier nur rund 4,4 Mio Menschen, in Deutschland mehr als 18 mal so viele. Das Land Kanada ist also ziemlich groß…und ziemlich leer. Beste Voraussetzungen für den passionierten Wanderer.

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Nun war uns von Anfang an klar, dass man niemals dieses gesamte Land erwandern kann. (Selbst im „kleinen“ Deutschland gibt es noch genügend weiße Flecken für uns.) Tage- oder gar wochenlang mit einem Wohnmobil durch Kanada zu streifen, dabei tausende von Kilometern abzureißen, um sich dann hier und da mal die Füße zu vertreten, stand auch nicht ganz oben auf unserer Prioritätenliste. Und so entschieden wir uns ganz bewußt für einen Standort, an dem wir unsere ersten 4 Wochen in Kanada verbringen und von wo wir aus die kanadische Natur, Flora und Fauna „per pedes“ erkunden wollten: Die „Sunshine Coast“, nordwestlich von Vancouver gelegen, abgeschieden und nicht auf dem Landweg, sondern nur mit Fähren erreichbar (oder mit Wasserflugzeugen), mit 2 -3 mittelgroßen Orten wie Sechelt (8.500 Einwohner) oder Gibsons (4.400 Einwohner), aber ansonsten viel, viel Natur. Und groß genug, hier immer wieder Neues zu entdecken in unseren geplanten 4 Wochen.

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Der letzte, dann wirklich ausschlaggebende Grund für unsere Wahl war, dass wir in der Nähe von Sechelt eine wirklich traumhafte Unterkunft für unseren ersten Sabbatical-Monat gefunden haben: Eine Wohnung mit direktem Blick auf den „Sechelt Inlet“, die Meerenge, die sich fast durch die ganze Sunshine Coast zieht. Ein wunderbarer Rückzugsort für müde Wanderer.

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Und so starten wir nunmehr seit rund 2 Wochen unsere Wanderungen von dieser „Basisstation“ aus, zu der wir jeden Abend gerne wieder zurückkehren. Und es gibt an der „Sunshine Coast (SC)“ wirklich viel zu entdecken. In der Nord-Süd Ausdehnung von rund 65 Kilometern bieten sich vielfältige Möglichkeiten, das Land wandernd zu entdecken.  Die SC ist regelrecht übersät mit sogenannten „Parks“. Nun darf man sich diese „Parks“ aber nicht wie in Deutschland vorstellen, mit gepflegten Rasen, sorgfältig arrangierten Blumenpflanzen, Spielplätzen und Rentnerbänken. Nein, hier sind Parks wilde (Ur)Wälder, die direkt hinter der ersten Biegung beginnen, hat man einmal einen Park betreten. Schon bei unserer ersten Wanderung durch den Park „The Hidden Groves“ waren wir von einem Moment auf den anderen in einer anderen Welt und gefangen von der eigenartigen Schönheit der kanadischen Wälder.

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Prächtig wucherndes Farn und Bäume, die mit Moos überwachsen waren, säumten unsere Wege. Bezeichnend auch, dass man hier die Wälder („Parks“) weitgehend sich selbst überläßt und so ein regelrechter Urwald entsteht.

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Nur selten findet man Dinge im Wald, die so gar nicht hierher gehören und wo man sich wirklich fragt, wie dieser hergekommen sind. Aber es ist auch hier zu sehen, dass sich die Natur energisch ihren Platz zurückerobert.

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Und so erwanderten wir uns in den vergangenen zwei Wochen einen „Park“ nach dem anderen und jeder ließ unser Wanderherz höherschlagen: Sei es der „Sargeant Bay Provincial Park“, der „Cliff Gilbert Park“ oder -quasi direkt vor unserer Haustüre- der „Kinnikinnick Park“.

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Zwei Dinge sind noch erwähnenswert, die das Wandern hier in Kanada so besonders machen. Da wäre zunächst die schiere Größe von vielen Bäumen, die weit über das hinausgeht, was man im deutschen Durchschnittswald gewöhnt ist. Im Park „The Hidden Groves“ beispielsweise kann man zum sogenannten „Lonely Giant“ wandern, ein riesiger, über 500 Jahre alter „Douglas Tree“. Beeindruckend!

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Der andere Aspekt, der Wandern hier so besonders macht, heißt „Wildlife“. Ehrlich gesagt, hatte ich mir vor unserer Reise da wenig Gedanken drüber gemacht und in meinem naiven Glauben gedacht, dass „Bären“ beispielsweise erst ein Thema wären, wenn Du ganz tief und weit in die kanadische Wildnis vordringst. Weit gefehlt! Auch an der Sunshine Coast, in direkter Nähe zu den hier wohnenden Menschen (und natürlich auch zu den Wanderern) gibt es „Wildlife“ en masse. So wurden wir bei unserer Ankunft darüber aufgeklärt, dass sich in unmittelbarer Umgebung zu unserem Haus derzeit eine Bärin mit ihrem Junges umtreiben würden (auf Nahrungssuche). An unserem zweiten Tag entdeckten wir bei uns im Garten eine Hinterlassenschaft („Pooh“) die unzweifelhaft auf die Anwesenheit der Bärin in der Nacht schließen ließ. Und auf unseren Wanderungen begegneten wir schon 2 Schwarzbären, von denen wir uns -wie strikt empfohlen- in einer entsprechend respektvollen Entfernung hielten. Die „Bärenklingel“ am Rucksack ist ein beständiger Begleiter bei unseren Wanderungen. Bären halten sich in der Regel von Menschen fern, daher ist ein gewisser „Lärm“ beim Wandern hier Usus. Dass wir bereits nach wenigen Tagen diesen beiden Bären begegnet waren, kann daher auch als Glücksfall gesehen werden. Es waren aber nicht unsere einzigen „Wildlife“-Sichtungen: Wir sahen bereits zahlreichen Weißkopfadler und andere Greifvögel, einen Kojoten (wobei wir nicht ganz sicher sind, ob es vielleicht doch ein Wolf war) und Rehe (auch diese in direkter Nachbarschaft zu Menschen.)

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So, das war ein kleiner Einblick in unsere kanadische Wandererlebnisse. Wir freuen uns noch auf zwei spannende Wochen hier an der Sunshine Coast, bevor es weitergeht auf die andere Seite von Kanada, nach Toronto. Aber das ist eine ganz andere Geschichte, demnächst hier im Blog….

Allen eine gute Zeit!

Wir lesen uns……

 

 

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