Die Reise beginnt…..

5 Tage sind wir jetzt unterwegs im Rahmen unseres Sabbaticals und es wird Zeit, mal wieder was zu schreiben. Nicht, dass ich bisher keine Lust gehabt hätte, aber unsere ersten Tage in Vancouver waren einfach zu angefüllt mit Erlebnissen, Eindrücken (ja und auch dem ein oder anderen Craft Beer :-), dazu später mehr) als dass man am Abend noch viel mehr machen hätte machen können als ermüdet in die Kissen zu sinken und sich den Rest des Jetlags aus den müden Knochen zu schlafen (9 Stunden hinter der deutschen Zeit sind wir hier in British Columbia, d.h. während Ihr so langsam am Sonntag erwacht, haben wir hier gerade mal Samstag-Abend).

Los ging es am vergangenen Dienstag, nachdem wir am Pfingstmontag mit „Friends & Family“ noch ausgiebigst bei einem „Abschiedsgrillen“ gefeiert haben. Unser lieber Freund Klaus brachte uns direkt zum Flughafen Amsterdam Schiphol, von Krefeld aus eine echte Alternative für Fernflüge; Frankfurt/M ist auch nicht näher. Von dort aus flogen wir mit Icelandair zunächst nach Reykjavik, von wo aus dann ein weiterer Flieger uns in rund 7 Stunden nach Vancouver bringen sollte.  Somit hieß es für uns zum ersten Mal: Island!! Allerdings bekamen wir von dem Land natürlich nicht viel mit außer dem Flughafen und dem Unwetter, das da draußen auf dem Rollfeld tobte. Sturm und Regen peitschen die Wassermassen auf den Start- und Landebahnen nur so dahin. Dies hatten wir auch bereits bei unserer Landung in Reykjavik gemerkt, die -nun ja- etwas unsanft erfolgte.

Als wir rund 90 Minuten später eigentlich mit dem nächsten Flieger Richtung Kanada abheben sollten, war schnell klar, dass das erstmal nix werden würde. Sturmböen bis zu 100 km/h verhinderten jeglichen Start. Also Zeit, ein bißchen die isländische Küche zu genießen (ein fabelhaftes Lachsbrot gegessen) und sich mit Münzen und Geldscheinen der ISK (Isländische Kronen) vertraut zu machen, die man als Wechselgeld auf seine Euros erhielt. Als reisender Eurozonen-Bürger ist man häufig ja gar nicht mehr gewöhnt, Banknoten einer fremden Währung in den Händen zu halten. Früher gehörte dies ja zum Urlaub dazu: Geld umzutauschen, fremdartige Geldscheine in den Händen zu halten, ständig die Preise umzurechnen…..alles Dinge, die für sich schon ein gewisse Exotik beinhalteten heute aber im Euroland ganz wegfallen….

Rund 2 Stunden später hieß es dann aber doch „Get ready for Boarding“ (obwohl draußen vor den Scheiben der Abflughalle sich kein nennenswert anderes Bild bot, weiterhin sah es mehr nach einer Seenlandschaft denn nach einem Flughafen aus.) Aber der Kapitän wird schon wissen, wie er da den Vogel hochbekommt. In solchen Momenten bin ich total fatalistisch und vertraue auf die Kompetenz anderer…..

Als kleine Zugabe zur Verspätung durften wir dann das Flugzeug durch einen kleinen Fußmarsch übers offene Rollfeld betreten. Da bekam man dann mit, wie nass und windig es wirklich zu diesem Zeitpunkt in Island war.

Der Flug war dann überraschend sanft und ruhig, offensichtlich kamen wir schnell aus dem Sturmtief heraus und kamen dann ohne großes Geschaukel über Grönland nach Kanada und letztlich nach Vancouver, wo wir -natürlich mit einiger Verspätung- landeten. Von Vancouver (VC) will ich beim nächsten Mal erzählen, nur so viel noch: Bei der Einreisekontrolle am Flughafen VC fragte uns der Grenzbeamte, warum wir nach Kanada einreisen und wie lange wir bleiben wollen:

Ich: „46 Days, Tourism“

Er: „What are you doing 46 days in Kanada?“

Ich wollte erst antworten: „Read my blog“, aber er hat uns dann auch so reingelassen. Vielleicht kann ich es ihm ja bei der Ausreise erzählen. Dann müsste er allerdings nach Toronto versetzt werden…

Wir lesen uns…